Interior Design Eingangsbereich- die Visitenkarte eines Hauses

Aus einem Haus ein Heim zu machen …

ist die größte Herausforderung und der größte Spaß eines Häuslebauers. Zumindest ich empfinde es gerade so. Ich freue mich wahnsinnig auf meinen Umzug und habe riesige Angst davor. Ich hatte es erwähnt, vielleicht erinnerst du dich daran. Mein großes Lebensprojekt steht vor der Tür. Im tiefsten meines Inneren bin ich ein Hobbit. Eine Höhle, gutes Essen und gute Gesellschaft, mehr brauche ich nicht um glücklich zu sein. Und meine Höhle steht kurz vor der Vollendung. Und desto näher der große Tag rückst, desto nervöser werde ich.

Folglich habe ich mich in den letzten Monaten sehr intensiv mit dem Thema Interior Design beschäftigt.

Eine Planung vom Zielbild kommend

Mein Mann und ich sind schon seit geraumer Zeit fertig. Wir habe das Haus in unserem Kopf entworfen, eingerichtet und sind quasi schon eingezogen. Leider sind die Bauarbeiter nicht ganz so schnell wie wir. Grundsätzlich kann ich das aber als Tipp geben. Vom Zielbild zu kommen erleichert deutlich die Konzeption. Ich hätte beim besten Willen nicht gewusst, wo eine Steckdose, elektrische Leitung usw. hätte hinkommen sollen, wenn wir nicht eine sehr konkrete Vorstellung von der Einstellung und Darstellung gehabt hätten. Wenn ich weiß, dass dort im Raum das Sofa stehen soll, mit einer Konsole im Rücken, auf der eine Tischlampe stehen soll, dann weiß ich, dass dort ein Bodentank benötigt wird.

Und so haben wir sehr frühzeitig uns Gedanken rund um das Thema Farben, Stile und Einrichtung gemacht. Dies hat sich in den letzten Monaten noch einmal deutlich weiterentwickelt, meines Erachtens zum Besseren. Wir haben tolle youtube-Videos zur Einrichtung gesehen, wir haben tolle Magazine gelesen, Instagram- und Pinterest Bilder angeschaut und immer stärker unser Zielbild entwickelt.

Nach und nach möchte ich ein paar besondere Ideen mit euch teilen. Zum einen, weil ich so stolz darauf bin und zum anderen, um euch vielleicht zu inspirieren, so wie ich inspiriert wurde.

Interior Design Eingangsbereich

Der Eingang ist für mich ein oft unterschätzter dabei zentraler Platz in einem Haus. Das ist der berühmte erste Eindruck. Das prägt die Wahrnehmung des gesamten Hauses und seiner Bewohner. Wie wollen wir uns darstellen, wer wollen wir sein. Aber auch, ich möchte nach Hause kommen und sofort das Gefühl haben in meiner ganz persönlichen Höhle zu sein. Das Interior Design Eingangsbereich ist die Visitenkarte eines Hauses.

Grundsätzlich gibt es aktuell viele Interior Design Stile, von denen ich mich habe beeinflussen habe lassen:

  1. Form follows function: Am Anfang steht die Funktion/ der Nutzen. Die Ästhetik unterstreicht das.
  2. Geometrische Formen: verleihen Tiefe, geben Klarheit und Ruhe
  3. Mix aus verschiedenen Materialien und Texturen: Holz, Metall, glatte Leinenstoffe, ruhe Wollstoffe schaffen in einem relativ neutralen Setting Spannung oder geben neue Akzente
  4. Art Decor
  5. Die Wiederentdeckung der Entschleunigung: die Gemütlichkeit, der Komfort, das Wohlbefinden stehen im Vordergrund. Unsere Umwelt ist anstrengend. Deswegen ist es wichtig Entschleunigung im inneren Kosmos zu finden.
  6. Mut zu Farbe und Mustern: Farben, klare Kontraste und Muster sind wieder da! Tapeten, Teppiche, Gardinen, Kissen, Wände, alle schmücken sich Farben und Muster. Und alles darf vermischt werden
  7. Eclectic: der Mix und Match verschiedener Stile und Trends durch eine persönliche Sammlung über viele Jahre; das besondere, es ist am Ende der Ausdruck der individuellen Persönlichkeit

Und so hat sich mit der Zeit unser Bild von unseren Eingangsbereich entwickelt.

Am Anfang steht die Funktionalität

Ich hasse Dekoration, der Dekoration willen. Für mich steht die Funktionalität/ der Nutzen am Anfang und an erster Stelle. Ich hasse es, wenn ich mir ein Dekorationsobjekt irgendwohin stelle, obwohl es tatsächlich keiner Funktion dient, nur damit es irgendwie nett aussieht. Wenn aber Funktion auf Schönheit und Stil trifft, ist es die perfekte Kombination.

So stand am Anfang die zentrale Frage, was muss unser Eingangsbereich können.

Die Garderobe entfällt, dank Einbauschrank. Das ist auch gut so. Nichts, finde ich schlimmer als eine offene Garderobe. Egal wie ordentlich man ist, es sieht immer unordentlich aus. Die Schuhe werden ebenfalls in den Garderobenschrank geräumt.

Erstens: Wir haben ja bald einen Hund. Und idealerweise finde ich die Hundeleine, einen Lappen zum Putzen der Pfote u.ä. Utensilien direkt am Eingangsbereich, sodass ich diese nicht vergesse. Also stand relativ schnell das Thema des Eingangsbereich fest: Hund.

Zweitens hat man idealerweise einen Ort, an dem sich kurz setzen kann, um seine Schuhe zuzubinden. Ich gehöre nicht zu den Balancekünstlern. Wirklich. Fragt meine Yogalehrerin. Die Balanceübungen sind bei mir durchgehend eine Katastrophe.

Drittens der Eingangsbereich sollte ein absoluter Hingucker sein, um. Es ist wie gesagt die Visitenkarte. Also sollte das Interior Design Eingangsbereich den Besucher und mich als Bewohner immer wieder anschreien und aufmuntern. Wir wollten bewusst einen kleinen Wow-Effekt.

Die einzelnen Objekte

Es gibt meiner Meinung nach drei zentrale Elemente: Zum einen die Wandfarbe, die Fotografie und die Bank.

Die Wandfarbe

Farbe ist back! Die Zeiten der weißen Wände ist vorbei. Glaubt mir. Hättet ihr mich vor 5 Jahren nach Farben an den Wänden gefragt, am besten noch eine starke intensive Farbe, so hätte ich euch innerlich als geschmacklos bezeichnet. Mir war Wandfarbe immer ein Graus, da ich immer an Flexibilität geglaubt habe. Auf einer weißen Leinwand kann man Inszenierungsfreiheit. Ist die Leindwand bereits mit einer Grundfarbe grundiert, muss man sorgsam wählen. Doch man verändert sich, man entwickelt sich weiter und lässt sich von Kunst inspirieren. Heute empfinde ich die farbige Leinwand als starken Kontrapunkt von dem ich aus Dinge besonders stark inszenieren lassen.

Warum es nun genau dieses rot-orange geworden ist, vermag ich euch gar nicht sagen. Wir diskutierten von dunkellila über blau, braun und entschieden uns am Schluss für rot-orange. Es ist eine starke Farbe. Sie macht eine klare Aussage. Und genau das wollten wir.

Das Bild

Das Bild entdeckten wir vor einigen Jahren auf einer Ausstellung von Renaissance Künstlern in der Schirn. Es stellt den berühmten Maler Gustave Caillebotte dar, wie er gerade mit seinem Hund durch die Straßen von Paris spaziert. Das Foto hat seine Frau gemacht. Es ist Ende des 19. Jahrhunderts und Caillebotte experimentiert mit der Fotografie als neuer Kunstform. Zu der damaligen Zeit eine gewagte Idee. Die Fotographie begann gerade die Malerei in Richtung Kunst zu forcieren. Ursprünglich war die Malerei ein Handwerk genauso wie die anderen Kunstformen. Michelangelo und DaVinci verstanden sich als Handwerker. Die bekamen einen Auftrag und fertigten ein funktionales Objekt. Die Malerei diente der Dokumentation. Mit der Fotografie verlor die Malerei diese Aufgabe und die Künstler begannen die Malerei als Form inneren Ausdrucks zu verstehen anstatt als reine Wiedergabe der Realität.

Ich liebe dieses Foto. Ich bin mir sicher, dass es im Gegensatz zu den anderen Fotografien nicht als bewusste künstlerische Inszenierung geplant war. Aber ich liebe es. Ja, die Bildaufteilung, der Moment, die Komposition sind wunderschön. Aber was ich an diesem Bild so besonders liebe, ist seine Modernität. Es zeigt einen Mann, der mit seinem Hund in einer Großstadt spazieren geht, nur vor 200 Jahren. Ist das nicht atemberaubend?

Und deswegen hängt dieses Bild in unserem Eingangsbereich. Es inszeniert das Thema Hund, gibt ein direktes Statement seiner Bewohner zum Thema Kunst und Fotografie (mein Mann ist begeisterter Hobby-Fotograf) und es zaubert mir immer ein Lächeln auf die Lippen.

Die Bank

Die Bank enthält im Zielbild alle Hundegegenstände. Die Bürsten, Lappen, Decken, Jacken und was sonst noch so alles anfällt. An den Pferdeköpfen, die eigentlich für Trensen vorgesehen sind, können  Halsbänder und Leinen aufgehangen werden. Die Bank ist unsere Hundegarderobe und schafft Ordnung. Hier stand also wieder Funktionalität im Vordergrund.

Gleichzeitig ist alles ordentlich und ästhetisch ansprechend.

Ich gestehe, ich bin mit diesem Interior Design Eingangsbereich sehr glücklich. Ich kann nicht erwarten einzuziehen

P.S. Es gibt übrigens Neuigkeiten zum Thema Hund, die ich dir unbedingt erzählen muss.

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