Bekenntnisse eines Gadget Girl

Was ist ein Gadget Girl?

Mein Name ist Honey und ich bin ein Gadgetgirl.

Gadgets machen mich glücklich. Ein nicht unerheblicher Teil meines Geldes wird kaum auf meinem Konto eingegangen direkt an Amazon überwiesen im Austausch für unzählige Gadgets. Einige, die ich brauche, andere, die ich eigentlich nicht brauche und doch brauche

Aber ich bin nicht allein …

Vor einigen Jahren, in einem anderen Leben, in dem ich mich sehr viel mit Business Analysen auseinander setzte, stolperte ich über eine Studie zu einer Sozialen Subgruppe mit derBezeichnung Gadget Girls, junge gutausgebildete, zielgerichtete Frauen mit Technikaffinität. Ich verschlung mit hohem Interesse diese Studie. Eine mögliche berufliche Anwendung vergessen, viel mehr lag mein Interesse darin, in dem Wiedererkennen meiner eigenen Person.

Ihr mögt es nachvollziehen können oder mich für vollkommen verrückt halten, aber ich bin diejenige bei uns zu Hause, die die WLAN Router im Haus verteilt, um eine größtmögliche Internet-Abdeckung sicherzustellen. Sehe ich ein neues technisches Gadget und erkenne darin einen Mehrwert für mich, muss ich es haben. Bedauerlicherweise sofort bar jeder Logik. Eine Kollegin, der es mit Klamotten insbesondere Pencilskirts ähnlich ging, sagte einmal zu mir, dass wäre das innere Kind in uns, das nie gelernt hätte, zwischen Wunsch und Realität zu unterscheiden …

Ja, ja Mami das hat man nun davon, dass man seinem Kind immer das Soft-Eis verboten hat. Ich konnte jahrelang an keinem Stand vorbei gehen, ohne mir eins zu kaufen.

Die Besessenheit von kleinen digitalen leblosen Dingen

Ähhh, wo war ich stehen geblieben … ach ja die Besessenheit von kleinen, digitalen, leblosen Dingen, die einen glücklich machen.

Der Schrittzähler, der mich dazu auffordert, mich zu bewegen und meine 10 Tsd. Schritte pro Tag zu schaffen, der ebook Reader, der mir ermöglicht mitten in einem Wald in Kanada meilenweit von jeder Zivilisation entfernt, ein neues Buch herunterzuladen (ich hatte ja schon erwähnt, dass ich ein Problem mit Geduld habe), das Tablet, das ich über all hin schleppe (ja, auch jeden Abend ins Bett zum Einschlafen)  … und natürlich das Handy.

Jetzt mal ehrlich, Hand hoch, wer von euch, hat die intimste Beziehung in seinem Leben zu seinem Handy. Und wer von euch fühlt sich nicht, als hätte man ihm die Hand abgeschnitten, wenn man das Handy zu Hause vergessen hat. Mein Handy ist mein Leben. Mein Handy weiss alles über mich. Ohne mein Handy kann ich selbst mit Telefon nicht zu Hause anrufen, weil ich keine einzige Nummer auswendig kann.

Und ja meine größten beiden Sünden, ich werde sehr unleidlich, wenn ich kein Internet habe und ja ich greife auch im Restaurant in Gesellschaft zum Handy. Ja, ja ich schäme mich …

Aber ist das wirklich so schlimm … Es macht mich doch glücklich …

Digitaler Burnout ?!?

Der digitale Burnout ist gerade in aller Munde. Macht uns die Abhängigkeit von diesen kleinen leblosen Dingen krank, weil Sie uns für echte soziale Interaktion abstumpft?

Verlieren wir die Fähigkeit uns ungestört nur mit uns und unseren eigenen Gedanken auseinander zu setzen? Auch einmal Stille und Leere zuzulassen und daraus Kraft zu schöpfen?

Für mich ist dieses kleine Ding, ein Portal in unendliche Weiten. (Entschuldigt bitte, ich konnte es mir einfach nicht verkneifen ..) Ich bin ein neugieriger Mensch. Früher war Wissen lokal und damit begrenzt. Wenn ich etwas in Erfahrung bringen wollte, habe ich meine Umgebung gefragt, verfügte diese nicht über das entsprechende Wissen, war ich auf mich allein gestellt. Heute trage ich das Tor zur Welt in meiner Handtasche mit mir herum. Ich bekomme vollkommen neue Impulse und Ideen dank meines Handys. Ich nutze meine Zeit ganz anders und bin gefühlt sehr viel produktiver, da ich z.B. Wartezeit anders nutzen kann.

Pinterest/ Instagram schaffen vollkommen neue Möglichkeiten des kreativen Austauschs. Ich habe einen neuen Schreibtisch und überlege, wie ich diesen am sinnvollsten einrichte und dekoriere. Also schau ich mal schnell auf Pinterest oder Instagram unter dem entsprechenden Hash-Tag. Allerdings bilden diese Dinge niemals Realität ab, sondern zeigen immer eine geschönte, gestellte Variante der Realität. Da lugt die kleine Honey mit dem Wunsch wieder um die Ecke.

Und ich bleib dabei … Gadget Girl

Ich seh schön, wie die ewig gleiche„Moral von der Geschichte“, die olle biedere Spießerin am nächsten Absatz auf uns wartet. Irgend etwas von ewig gleichen selbsreflektierten, verantwortungsbewussten Umgang oder wie gesund Verzicht auch ist.

Nein, biegen wir schnell ab … schauen wir schnell aufs Handy und beschäftigen wir uns mit anderen Dingen. Ich bin ein Gadget-Girl und es macht mich glücklich. Und zumindest heute habe ich keine Lust selbstreflektiert zu sein.

Was meinst du? Wie siehst du das? Macht es dich glücklich, oder stresst es dich? Bist du ein Gadget Girl oder findest du das alles albern und übertrieben?

Für diejenigen unter euch, die das Thema gerne vertiefen möchten, hier das Buch zum „Digitalen Burnout“- gerne auch als Kindle-Variante.

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