Gilmore Girls One year in a Live – Meine Review

Gilmore Girls

Gilmore Girls sind zurück

Am 25.11. sind die Gilmore Girls für ein vierteiliges Special auf Netflix in unsere Wohnzimmer zurückgekehrt. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut. Falls du meinen Beitrag hierzu nicht gelesen haben solltest, findest du ihn hier noch einmal.

Und mittlerweile habe ich alle vier Teile gesehen (ehrlicherweise verschlungen 😉 ).

Ich werde nicht die Folgen nacherzählen und versuche mich mit den Spoilern zurück zu halten, aber gänzlich ohne wird es nicht gehen. Also seid gewarnt! Spoilers ahead!

Mein Gilmore Girls Review

In der Zwischenzeit bei den Gilmore Girls …

Es sind 10 Jahre vergangen seitdem wir die schrulligen, verrückten Bewohner von Stars Hollow bei ihrem alltäglichen Treiben beobachten durften. Und wie ihr wisst, liebe ich diese Stadt und seine Bewohner. Und es sind zehn Jahre seitdem wir Rory und Lorelei verlassen haben.

Rory ist freie Autorin in einer Zeit in der die Printmedien in ihrer größten Krise stecken. Und so wie die große berufliche Leidenschaft von Rory in der Krise steckt, so steckt auch Rory in der Krise. Sie ist Anfang 30 und unsicher, wohin sich ihr Leben entwickeln soll, sowohl beruflich als auch privat. Das spürt man sehr deutlich und das ist seltsam ungewohnt. War Rory doch immer so strebsam und zielsicher. Selten hat man sie so ziellos gesehen. Damit ist sie aber ein gutes Spiegelbild unserer Generation, die sich im Wandel befindet. Die Zeiten der linearen Lebensläufe und Leben unserer Eltern sind vorbei.

Lorelei und Luke leben zusammen. Sie haben keine Kinder und zuweilen hat man den Eindruck, dass sie in ihrer Beziehung irgendwann stehen geblieben sind. Dies ist auch der Konflikt, den sie lösen müssen. Wollen sie Kinder, können Sie überhaupt noch welche haben, wie ernst ist es Ihnen überhaupt miteinander, wie soll es weiter gehen? Und das betrifft auch Lorelei allgemein. Das Dragon Fly Inn läuft großartig, aber es hat sein Limit erreicht. Es ist Zeit Veränderungen einzuleiten, aber das erfordert den Mut und Willen Entscheidungen zu treffen. Und hier steckt Lorelei fest. Ob das bedeutet eine Entscheidung bezüglich Luke zu treffen, eine neue Küchenchefin als Ersatz für Sookie zu suchen, eine Entscheidung bezüglich des Dragon Fly Inn zu treffen. Lorelei zögert und zaudert.

Richard ist gestorben. Der Tod der Rolle spiegelt damit auch den Tod des Schauspielers Edward Hermann wieder. Dieser Tod ist ein wichtiges Thema, dass sich an vielen Stellen, aber insbesondere in der Geschichte von Emily Gilmore wieder findet. Was ist ihr Leben nun ohne Richard? Wer ist sie? Wie will sie ihr Leben gestalten? (Die Konmarie Anspielung an dieser Stelle fand ich großartig!)

Was fand ich großartig …

Ich hatte mich so gefreut wieder in diese kuschelige warme Decke einzutauchen, all die geliebten Figuren und Nebenfiguren wieder zutreffen, wieder ein Teil dieser Welt zu werden …

Aber ich fand eine andere Welt als ich erwartet hatte…

Aber das hatte ich schon bemerkt, als ich die ganzen alten Folgen wieder gesehen habe. Die Serie hat mehr Tiefe, Ernsthaftigkeit und Schmerz als ich in Erinnerung hatte. Und das setzt die „achte“ Staffel fort. Tendenziell ist sie auch insgesamt ernster geworden, weniger unbeschwert. Ich glaube, das liegt vor allem an der veränderten Rolle von Rory. Es gibt die jugendlich unbeschwerte Sicht nicht mehr. Rory hat Erwachsenen-Probleme.

Ich liebe Szene, wo Kirk bei den Gilmores am Tisch sitzt. Emily ist wieder in Ihrem schrecklichen Element. Ein großartiger „Bösewicht“, der keiner ist, ist sie doch so nachvollziehbar und verständlich in ihrem Schmerz. Es gibt eine abstruse Gemeindesitzung, selbst Dean, Jess und Logan sind wieder dabei. Und ich rechne es Melissa McCarthy (Sookie)  hoch an, dass sie sich, wenn auch nur für eine Sequenz die Zeit genommen hat.

Meine absolute Lieblingsszene ist die zwischen Luke und Lorelei. Ich hüpfe vor Begeisterung auf dem Sofa und schreie „endlich“. Endlich die Szene, die mir in der Staffel sieben so gefehlt hat. Jeder, der immer ein Fan von diesen beiden war und immer darauf gewartet hat, wird diese eine Szene in der Küche lieben. Ich tue es.

Die Figuren sind so nahbar und authentisch wie immer, es gibt die wunderbaren Wortgefechte, die Absurditäten und Skurrilitäten.

Womit hatte ich so meine Probleme …

Die Figuren sind 10 Jahre älter geworden, ebenso wie die Schauspieler. Das klingt so furchtbar oberflächlich. Aber ich musste immer zu in diese veränderten Gesichter starren, warum sind diese so verändert. Warum sind diese so alt? Es hat mich so unglaublich gestört und ich habe lange gebraucht zu verstehen, warum es mich so gestört hat.

Die Wahrheit ist, dass es mir einen Spiegel vors eigene Gesicht gehalten hat. Auch ich bin älter geworden. Ich habe Gilmore Girls in der Schule geschaut. Das liegt Jahre zurück. Nie sind mir die vergangen Jahre so bewusst geworden, wie durch diese Serie. Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nicht mehr dieses junge unsichere Mädchen sein. Ich habe viel erreicht und am dankbarsten bin ich für das Selbstbewusstsein, das ich mir erarbeitet habe.

Und doch ist es schmerzhaft an seine eigene und die Sterblichkeit der anderen erinnert zu werden.

Und noch etwas hat mich ganz furchtbar gestört! Loreleis Sprüche und Vergleiche, die ich in der alten Serie geliebt haben, empfand ich oft als albern und unpassend. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich nicht weiterentwickelt hat, dass sie einfach stehen geblieben und nicht erwachsen geworden ist. Jugendliche Albernheit kann mit Anfang 30 noch charmant sein, aber ist es das mit 40 auch noch so?

Lorelei und Rory waren in meiner Jugend Role Models. Und es ist seltsam die alten Vorbilder nach Jahren wiederzusehen und festzustellen, dass diese Vorbilder wie alte Mäntel zu klein geworden sind.

Fazit

Allem in allen hat „A year in a life“ die Serie für mich zu einem guten Abschluss gebracht. Den berühmten „letzten“ Satz ignoriere ich an dieser Stelle. Den empfand ich als erzwungen.

Ich bin froh, dass ich bereits Netflix User war, folglich war ich nie vor die Wahl gestellt, ob ich mich dafür anmelden sollte. Ansonsten empfehle ich den wirklich eingefleischten Gilmore Girls Fans und vor allem Lorelei und Luke Fans den kostenlosen Netflix Probemonat zu investieren und einen der besten Lorelei-Luke Momente zu genießen. Dafür hat es sich für mich gelohnt.

Wie ging es euch? Was fandet ihr großartig, was hat euch gestört oder wart ihr mit allem happy?

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