Warum Scrapbooking im Bullet Journal gut für die Seele ist

Scrapbooking

Bullet Journal und Scrapbooking?

Wahrscheinlich glaubst du, dass ich jetzt endgültig den Verstand verloren habe. Meine Familie denkt das. Aber eigentlich ist es nur die logische Konsequenz all dessen, was ich letztes Jahr im April begonnen habe. (Und das meine Familie mich für verrückt hält, liegt vielleicht auch noch an den anderen verrückten Dingen, die ich unentwegt tue)

Letztes Jahr beschloss ich ein Bullet Journal zu führen. Falls du den Beitrag noch nicht kennen solltest, hier mal der Link dazu. Und vor allem beschloss ich die verspielte, verrückte kreative Variante zu verfolgen. Ja, auch das kannst du nochmal in diesem Ursprungsbeitrag nachlesen. Vielleicht hält du mich dann nicht für total verrückt. 😉

Schon letztes Jahr also begann ich Stammkunde bei Online-Scrapbooking Shops (Ich liebe danipeuss.de) und vor allem im Idee Creativ markt zu werden. Das ist der Laden in der Seitenstraße von der Frankfurter Zeil, die kleine Nebenstraße vom Karstadt weg. Es ist nicht unwahrscheinlich mir dort zu begegnen. Ansonsten kann ich auch die Schreibwaren Abteilung im Karstadt empfehlen. Ich verbinde das ganze sehr gerne mit einem Stopp im Sushi im Untergeschoss vom Karstadt. In der Lebensmittelabteilung gibt es ein hervorragendes Mittags-Sushi-Angebot. Aber ich schweife gerade ab …

Also schoppte ich Aquarellfarben, Buntstifte, haufenweise bedrucktes Papier, Sticker, Stempel, Diecuts usw….

Falls du also beschließt das Bullet Journal auch ein bißchen als dein kreatives Outlet zu betrachten, dann ist es nur logisch über das Thema Scrapbook zu stolpern.

Was heißt denn Scrapbooking?

Scrapbooking [ˌskrapbʊking] bezeichnet ein Bastelhobby. Fotos werden in ein sogenanntes Scrapbook eingeklebt und mit Aufklebern und anderen zu den Fotos passenden Dingen verziert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fotoalben werden in Scrapbooks Geschichten erzählt und die Fotos durch Texte und künstlerische Gestaltung der Seiten besonders präsentiert. Je nach Ereignis werden auch Eintrittskartenund Ähnliches in das Scrapbook geklebt.

(Wikipedia)

Beim Scrapbooking geht es darum Geschichten zu erzählen bzw. einem abstraktem Gefühl visuell Ausdruck zu verleihen. Zu diesem Zweck werden „Scraps“ also Schnipsel zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Und erlaubt ist, was gefällt. Ihr könnt Fotos, Eintrittskarten, die aktuelle Einkaufsliste, Ausschnitte aus Magazinen, Seiten aus alten Büchern, Kalendern usw. verwenden. Alles, was euch hilft entweder eine Erinnerung oder ein Gefühl in einem Bild zu transportieren.

In Deutschland sind wir noch Entwicklungsland zum Thema Scrapbook. Ich schaue immer neidisch in Richtung USA, wo das eine Riesenindustrie ist. Meine Sicht auf Scrapbooking war lange von Vorurteilen geprägt. Ich dachte immer, dass sei eine Beschäftigung für amerikanische Soccer-Mums, die zu viel Freizeit haben. Aber meine Meinung hat sich hierzu komplett geändert.

Viele nutzen das Scrapbooking um Alben zu gestalten, Erinnerungen zu konservieren, eigene Einladung- oder Grußkarten zu gestalten oder sich sogar künstlerisch auszutoben. Das geht dann bis zu dem Thema Mixed Media.

Mein Gott, hätte ich im Kunstunterricht einen Spaß damit gehabt. Und ich war eine schlechte Kunstschülerin. Geht das? Ja, das geht. Meine Gehirnhälften scheinen zeitlich phasenweise aktiv zu sein. Insbesondere in der Oberstufe waren vor allem meine linke Gehirnhälfte aktiv, also der rationale Teil meines Denkens. (Verzeiht mir diese pauschale Küchen-Psychologische Vereinfachung. Das mit dem rechten und linken Gehirnhälfte ist totaler Humbug. Es gibt hervorragende Bücher zu diesem Thema, die ganz klar belegen, dass wir komplett und total irrationale emotionale Wesen sind. Wir glauben nur rational gesteuert zu sein. Aber dies ist kein pseudowissenschaftlicher Beitrag, folglich bediene ich mich hier mal diesem einfachen Bild…) Wenn andere sich in expressionistischen Acrylkunstwerken künstlerisch verloren, scheiterte ich in legendärem Ausmaß. Bis heute tue ich mich schwer mit nicht gegenständlicher Kunst. Ich kann auch nicht wirklich gut zeichnen.

Aber das ist das Geniale beim Thema Scrapbooking. Man muss nicht zeichnen können, man kann sich all dieser tollen Materialien bedienen und sich komplett austoben. Und es macht unglaublich Spaß …

Und warum ist Scrapbooking gut für die Seele?

Es ist toll, am Ende auf eine Seite zu schauen, die man selbst gestaltet hat, die der eigenen Persönlichkeit Ausdruck verleiht. Ich empfinde so ein befriedigendes Gefühl diese selbstgestalteten Seiten zu betrachten.

Scrapbooking_2

Kennst du diese Malbücher für Erwachsene? Ich fand das einen total interessanten Trend. Wir scheinen in unserer technologisierten, komplexen Welt ein tiefes Bedürfnis nach einfachen kindlichen Dingen zu haben. Ein Feld auszufüllen kann etwas befriedigendes sein, vor allem da es gegenständlich ist. In meiner Arbeitswelt halte ich nie ein reales Arbeitsergebnis in Händen. Ok, ein Teil der Baumvernichtung geht auf meine Kosten. Ich produziere Papier. Doch das Papier selbst hat keinen Wert, sondern mein darauf konserviertes Gedankengut. (Mhmm, vielleicht sollte ich demnächst auf meine Geschäftsmodellanalysen und Businesstrategien demnächst auch als Scrapbooking- Alben darstellen. Ob das wohl gut ankäme?)

Es ist so ein tolles Gefühl dann plötzlich ein echtes haptisches Ergebnis seiner Mühen in Händen zu halten. Selbst wenn das nur ein fertig ausgemalte Malbuchseite ist.

Am Ende hat es plötzlich etwas mit Achtsamkeit zu tun, in seinem Bullet Journal seinen Gefühlen visuell Ausdruck zu verleihen. Und ja, wäre ich künstlerisch begabter, würden es Buntstifte auch tun. Aber so gibt mir das Scrapbooking die Möglichkeit mich künstlerisch zu fühlen, das Hier und Jetzt zu genießen und darin unglaublich viel Kraft und Entspannung zu tanken.

Mein Scrapbooking Ansatz – für Anfänger oder Kunst-Dummies wie mich

Also wie gesagt, ich bin nicht die Begabteste in Kunst. Mein Kunstlehrer nannte mal das beste und wirklich das aller aller beste, was ich jemals in Kunst produziert habe „naiv“. Ich glaube, dass ist eine der größten Beleidigungen, die man so als Künstler bekommen kann. Und wie gesagt, das war das beste, was ich jemals geschafft habe. Über den Rest hat er einfach keine Worte verloren…

Folglich habe ich den Anfänger Ansatz für mich gewählt. Und ich persönlich finde auch der unterhaltsamste … Ich erstelle keine Fotoalben oder Grußkarten (ich habe keine Geduld, ich würde die guten sowieso nie verschenken und die schlechten auch nicht…)

Nein, ich habe für mich entschieden nur eine Seite zu machen in meinem Bullet Journal, bzw. in diesem Jahr habe ich mir ein eigenes „Memory Art Journal“ (Klingt das nicht hammermäßig?) dafür angelegt. Ich habe dazu ein Travellers Notebook entwendet. Die Idee dazu hatte ich von Danipeuss, die sogar extra hierfür Danidoris mit 120g Papier produziert. Ich habe euch mal den youtube-Erklär-Film dazu mal verlinkt.

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Dank der überschaubaren Travellers Notebook Seite, ist mein Scrapbook-Kunstwerkt schnell produziert. Und es sieht fast immer toll aus.

Aber wie gesagt, du kannst es auch in deinem Leuchtturm, Moleskin oder Planer-BulletJournal-Hybriden tun? Oder du verwendest ein Travelers Notebook als Bullet Journal. Das machen auch richtig viele.

Probier es doch mal aus und hab Spaß! Hab keine Angst vor Seiten, die nicht funktionieren. Das gehört auch dazu. Und wenn du lieber klare strukturierte Bullet Journal Seiten bevorzugt, dann ist das auch fein. Ganz so wie es für dich funktioniert! Das ist ja das tolle am Bullet Journal, das es ganz deins wird.

P.S. Übrigens, Ich wurde von Otto angesprochen etwas zum Thema,  Bullet Journal und Achtsamkeit zu schreiben. Das war aber nicht die einzige Frage und ich war auch nicht die einzige Bloggerin, die hierauf angesprochen wurde. Daher hier mal der Link. Ich finde, der Besuch lohnt sich. Ich habe für mich nochmal richtig Inspiration getankt!

 

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