Mein Kurztrip auf die Cook Islands

Cook Islands

Mein Kurztrip auf die Cook Islands

Ich blicke während ich das hier schreibe aus meinem Fenster über die herbstlich vernebelte Landschaft, der Himmel ist voller Regen, die Bäumen haben sich verfärbt und selbst meine Hunde haben sich in ihre Bettchen unter Decken gekuschelt und genießen das unwirtliche Wetter von der richtigen Seite des Fensters aus. Die Sonne ist so fern, dass sie nicht nur aus dem Hier und Jetzt verschwunden zu sein scheint, sondern auch in der eigenen Erinnerung man sich an den letzten warmen Sonnenstrahlen festhalten muss, die man vor gar nicht langer Zeit genossen hat.

Und so ist das die perfekte Stimmung euch endlich von meinen Kurztripp auf die Cook Islands zu berichten. Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen zu einem kleinen feinen Event eingeladen zu werden, eine dieser besonderen Gelegenheiten einen Blick in eine Welt zu erhaschen, von denen man nicht weiß, ob man diese jemals wieder haben wird.

Im Kempinski in Grevenbruch war ich zu einem Kochevent der Cooks Islands eingeladen, traditionelle maorische Küche, vermischt mit kreativen Ideen der Moderne zu genießen.

Über die Cooks Island

Falls es euch wie mir geht, euch der Name irgendwie aus dem Geschichtsunterricht bekannt vorkommt, aber ihr euch trotzdem nicht sicher seid, dann hier eine kurze Auffrischung.

Die Cooks Islands sind ein unabhängiger Inselstaat bestehend aus einer Inselgruppe in der Nähe von Neuseeland und beherbergen ca. 19 Tausend Einwohner. Also eher klein aber fein. Den Namen verdankt die Insel dem bekannten Seefahrer James Cook, welcher häufiger die Insel besuchte.

Die Inselgruppe ist ein eigenständiger Staat und regiert sich selbst, aber ihre Einwohner sind Neuseeländer, da Cook Island selbst keine Staatsbürgerschaft vergibt. Die Neuseeländer, die auf Cook Island leben erwerben aber, falls sie bzw. ihre Eltern auf Cook Island geboren wurden, automatisch eine permanente Aufenthaltserlaubnis. Diesen Umstand finde ich zutiefst faszinierend!

Der wichtigste Wirtschaftszweig für die Insel ist der Tourismus, wobei dieser von Individualtourismus beherrscht wird. Bisher haben sich noch keine großen Ketten zu den Cook Inseln verirrt. Stattdessen ist das touristische Angebot geprägt von Boutiquehotels und Inhabergeführten Restaurants. D.h. Starbucks & Co sucht man hier umsonst.

Falls ihr einmal die Cooks Islands besuchen wollt, müsst ihr euch allerdings auf eine längere Reise einstellen, da es ihr z.B. über Singapore, Neuseeland und dann weiter nach Rarotonga (eine der Hauptinseln) fliegt. Geschätzte Dauer der Reise über  20 Stunden. Heul!

Warum müssen manche so wunderschönen Ziele so weit weg sein? Ich bin ja auch so ein Fan von Bali, aber das ist auch so weit weg. Also doch Sabbatical machen, meine Freundin in Australien belagern und mit längerem Aufenthalt auf den Cook Islands kombinieren.

5 Gänge Fisch nach Maori Art

Einer der oben genannten Restaurant-Besitzer, übrigens Deutscher und Koch,  weilte nun wegen eines internationalen Kochwettbewerbs inkl. seines Sous-Chefs in Frankfurt. Unser aller Glück, denn so kam dieser wunderbare Event zu Stande.

Und ja, man kann tatsächlich 5 Gänge nur aus Fisch zubereiten inkl. Dessert, aber dazu komme ich gleich noch.

Die Hauptzutat aller fünf Gänge ist ein Bonito. Das ist ein dem Thunfisch ähnlicher 1 Meter langer Fisch mit durchschnittlich 20kg und dunkelrotem Fleisch.

Der Fisch wird vor meinen  Augen mit wenigen geübten Handgriffen filetiert. Kopf, Schwanz und Haut landen in einem Topf mit Gemüse und Brühe, welcher bereit steht. Das restliche Fischfilet wird mit verschiedenen anderen Zutaten zu verschiedenen Gerichten zubereitet.

Der erste Gang ist ein Fischtatar mit Gewürzen, Mango, Koriander, Zitronengras und Limette angemacht.

Der zweite Gang ist Sashimi mit einer süßlichen Sojasauce und Melone. Mhmmmm! Ein Klassiker und der Bonito macht sich hervorragend als Sashimi.

Der dritte Gang ist ein typisches Cook Island Gericht Iakamata. Roher Fisch mit Mango, Radieschen, Lauch, Koriander, Mangowürfel in einer Koskosmilch Sauce und Kokosraspeln. Der Fisch ist durch die Säure nicht mehr roh, sondern schein leicht angegarrt. (Das ist das falsche Wort, aber ich komme einfach nicht auf die korrekte Terminologie.)

Der vierte Gang ist eine leichte Fisch-Brühe mit Zitronengras ohne Einlagen.

Der letzte und fünfte Gang ist der mit Salz und Mango marinierte Fisch mit Honigmelone und Banane.

Auf den Punkt gebracht Mhmmmm…

Ehrlicherweise glaube ich, dass es noch einen sechsten Gang gab, den ich aber vor lauter Gefräßigkeit schlicht vergessen habe zu dokumentieren. 🙂

Ganz offensichtlich habe ich vor lauter Genuss einfach vergessen ein Foto zu machen oder mir auch nur zu merken, was ich da gerade esse. Ich weiß, was für ein Banause. Andererseits auch ein Kompliment an den Koch, wenn  er es schafft mich gänzlich dem Erlebnis hinzugeben. Da hat mein Bauch gegen meinen Kopf gewonnen. 🙂

Die Geschmäcker sind ungewohnt leicht, säuerlich limettig, pur. Ich schmecke den Fisch, das Zitronengras, den Koriander, die Mango, die Kokosmilch, das Salz und vieles mehr. Nichts ist in Sauce ertränkt oder durch eine Note d. Im Mund entsteht eine Komposition unterschiedlicher Geschmacksnoten mit einer beeindruckenden Gesamtwirkung. Es schmeckt köstlich. Insbesondere das typische Cook-Island Gericht haben es mir angetan. Die Portionen sind klein und ich habe Hunger. Aber der Fisch ist sättigend und das Geschmackserlebnis sehr befriedigen dominiert.

Auf den Punkt gebracht Mhmmmmmmm. Eine ganz tolle Küche mit der ich bisher keine Berührungspunkte hatte. Bedauerlich wie ich feststellen muss. Nach diesem Erlebnis braucht Frankfurt dringend eine Maori-Restaurant. Die Leichtigkeit und der Mut die einzelnen Zutaten und Geschmacksrichtungen für sich stehen zu lassen, lassen diese Küche sehr ursprünglich und modern zugleich wirken.

Ich gebe zu, dass der süße Fisch schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber selbst das ist schmackhaft und nicht wie erwartet ungenießbar. Es ist nur für meine Essgewohnheiten einfach ungewohnt und löst Widerstreben aus. Aber warum eigentlich nicht. Warum sollte Fisch nicht auch süß sein?

Fazit

 

 

Der Nachmittag ist ein Genuss. Ich fühle mich seltsam entrückt.

Ich bin ganz in der Nähe von Frankfurt, ich muss gleich wieder zurück ins Büro und hab noch ein paar wichtige Meetings, aber gleichzeitig bin ich für ein paar Stunden auf den Cook Islands gelandet. Die Sonne scheint, der Himmel ist tiefblau von dem See weht ein angenehmer leichter Wind her, das Essen und die Gerüche sind berauschend und die Gesellschaft ist interessant. Und ich meine dies im aller besten Sinne.

Die geladene Gesellschaft besteht überwiegend aus Vertretern der Touristik-Community. Das ist für mich, die ich wenig Berührungspunkte mit dieser habe, sehr faszinierend. Die Menschen haben schon an allen möglichen Orten gelebt, bzw. kommen ursprünglich aus anderen Ländern. Die Gespräche sind bilingual und der Austausch dementsprechend breit und außerhalb des üblichen Routen. Der Erfahrungsschatz der anwesenden Menschen ist divergent. Das macht einenn wesentlichen Reiz des Nachmittags aus.

Mit großem Bedauern breche ich nachmittags wieder auf, aber meine beruflichen Verpflichtungen rufen. Wenn dieser Nachmittag ein Beispiel für das Cook Island Feeling ist, dann muss ich wohl doch mal ein Sabatical planen und meine Freundin in Australien besuchen mit einem längeren Aufenthalt auf dieser kleinen Insel.

Selten haben wir heute noch die Möglichkeit fremde Orte zu entdecken und ursprünglich Erfahrungen zu erleben. Diesen Nachmittag möchte ich nicht missen und vielleicht in größerem Umfang auf dieser Insel wiederholen.

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