Bullet Journal – oder wie werde ich eine entspanntere Version meiner selbst

Warum ich ein Bullet Journal brauche …

Wir Ihr wisst, stelle ich dieses Jahr mein Leben auf den Kopf. Seit erstem März gibt es einen neuen Job bei dem zum ersten Mal mein Leben eine gleichwertige Chance neben meiner Arbeit hat. Und zum ersten Mal habe ich überhaupt die Möglichkeit mein Leben zu strukturieren und zu planen anstatt mein Leben in den kümmerlichen Restzeitraum zu quetschen, der von meinem Job aufgefressen wurde.

Doch diese neue Situation hat mich zu der Erkenntnis geführt, ich hab es immer geahnt, ich selbst bin mein größter Feind. Nicht Babette, die die Nutella Vorräte immer leer macht ohne zu fragen, oder Frederik, der die Schuld an den 5 Kilos zu viel hat. Nein, ich selbst bin das Problem. Ich habe soviele Jahre meines Lebens unter Dauerstrom gestanden, dass jetzt wo mir der Job keinen Stress macht, ich mich selber stresse.

Meine kleine Neanderthaler-Version rennt um ihr Leben vor dem bösen Raptoren davon (Ja, ich weiß, dass Neanderthaler und Dinosaurier nicht Bestandteil der gleichen Erdzeitepoche waren, aber so fühlt sich ja gerade die kleine Honey)und merke vor lauter Angst und schneller Rennen gar nicht, dass es mein eigener Schatten ist, der mich jagt.

Also ist das Ziel endlich etwas entspannter mit mir selbst und meiner Umwelt zu sein. Es geht darum eine innere Balance zu finden. Ja, mehr Yoga oder Räucherstäbchen könnten ein Weg sein, aber ich Yoga steht schon auf dem Plan und Räucherstäbchen sind nicht mein Ding. Ich strukturiere und plane und hoffe damit den Frieden zu finden, den schon so mancher zwischen den Seiten eines kleinen schwarzen Notizbuches gefunden hat.

Ihr fragt euch gerade, was ich so für Zeug schlucke. Antiallergium, psychotische Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Wenn man meinen Mann allerdings fragt, bin ich schon so durchgeknallt auf die Welt gekommen. Obwohl. Der kann das gar nicht beurteilen. Der kennt mich gar nicht lange genug.

Also zurück zum Thema. Entschuldig ich bin echt müde, hab viel zu lange noch coole youtube-Videos übers Bullet Journalling geschaut. Wir ihr merkt ich bin total begeistert.

Hier mal das Video des Erfinders dazu auf Youtube

Der zentrale Satz, der mich überzeugt hat, war, dass es ein analoges System für eine digitale Zeit ist. Versteht mich nicht falsch. Ich bin ein Gadget Girl – ich liebe Technik und habe alle möglichen technischen Lösungen für so manches Problem, von dem ich nie wusste, dass ich es überhaupt habe. Aber es gibt Dinge, die analog einfach besser funktionieren und das gilt für mich für To do Listen.

Ich habe schon früher ein Filofax besessen, aber die vorgegebenen Formulare, haben einfach nicht zu mir gepasst. Es fehlten Aspekte, die für mich relevant sind. Und seitdem ich meine Termine alle aus meinem Bürokalender pflege, macht eine parallele Pflege keinen Sinn mehr für mich. Aber es gibt drum herum so viel, worum ich mich kümmern, dass ich strukturieren und auf dem Schirm behalten muss. Und ganz ehrlich, für mich sind diese grauen kleinen Seiten des Filofax mein persönlicher grauer, spießiger Berufsalltagsalptraum. Ich bin so glücklich, dass ich Alternative gefunden habe, die zu mir passt.

Das Bullet Journal – Was ist das?

Im Prinzip ist ein Bullet Journal eine To do Liste, eine Terminübersicht, ein Notizbuch in einem und alles, was du möchtest, dass es ist. Das ist das wirklich geniale daran. Es hilft dir dabei all deine Pläne, Aufgaben, Hobbys an einer Stelle im Überblick zu haben. Und du kannst es so minimalistisch erwachsen oder so mädchenhaft verspielt machen, wie du möchtest.

In der minimalistischen Basisversion, sind folgende Elemente definiert:

  • ein Index: in dem  festgehalten wird, wo du was findest. Es soll dir also einen besseren und schnelleren Überblick über den Inhalt deines Bullet Journal verschaffen
  • ein Future Log/Jahresplan: hier verschaffst du dir einen Überblick über das gesamte Jahr. Dies soll dir helfen, im täglichen Chaos den langfristigen Blick zu behalten. Wenn es hilft, dass Geburtstage und Weihnachten nicht immer so unerwartet vor der Tür stehen, wäre ich wirklich dankbar.
  • Monthly and Daily Log/ Monats- und Tagesplanung: Hier erfasst du systematisch in einer entsprechenden Logik deine To do’s
  • Migration/ Strukturierung: Du gehst systematisch deine erfassten Aufgaben durch und überlegst dir, ob sie noch relevant sind und wann diese zu erledigen sind. Wenn Sie dringlich sind, gehören sie in deine Monats bzw. Tagesplanung. Sind Sie erst in einem bestimmten Monat fällig und müssen nicht unbedingt zeitnah begonnen werden, sind sie im Jahresplan zu erfassen. Und wenn sie weder wichtig noch dringlich sind, warum stehen sie überhaupt da?
  • Collection/Sammlung: Manche Aufgaben haben Unteraufgaben oder gehören inhaltlich zusammen. Diese können separat in einem Sammlung erfasst werden. Z.B. Frühjahrsputz. Im Jahresplan könnte stehen, dass im April der Frühjahrsputz fällig ist. Und in der Sammlung könntest du alle Details erfassen. Und am besten in deinem Monats- oder Tagesplan, wann du den Frühjahrsputz angehen möchtest.

Und das ist das schon das ganze Grundprinzip. Es ist einfach, flexibel, verschafft dir einen Überblick und gibt dir die Möglichkeit alle deine Pläne an einer Stelle zu bündeln.

Und das beste daran, mit diesem Grundfundament, fängt der Spaß erst richtig an.

Hier mal zwei wirklich coole Vertreter der etwas Mädchenhaften Umsetzungsversionen:

Boho Berry – die tätowierte Violett- und Füller-liebende Buller-Journal-Expertin namens Cara. Ich mag ihren Zeichenstil, da sich relativ einfach vieles übernehmen lässt, ich liebe sie dafür, dass sie Füller liebt und ich bewundere ihren Zeichenstil. Hier mal ein Flip Through durch ihr Bullet Journal, um euch auf den Geschmack zu bringen.  Und natürlich der Link zu ihrem Blog, wo sich ein Besuch für immer gute neue Ideen lohnt. 

TheCoffeeMonster – die schüchterne Schülerin, die nicht gerne  ihre eigenen Videos bespricht, aber ein kleines Wunder mit ihren Stift in der Hand darstellt. Oh Gott, könnte ich bloß so zeichnen. Ich liebe ihren Zeichenstil und die klare Note, ich mag ihre Ideen und hole mir immer gerne Inspirationen. Hier mal ein Flip Trough durch ihr Bullet Journal. Und natürlich auch hier der Link zu ihrem Blog. 

So jetzt habe ich euch mal einen Überblick gegeben. Und habe ich euch überzeugt, dass ihr dass jetzt auch braucht? Oder fragt ihr euch, wie ich das für mich, umgesetzt habe?

Mein Bullet Journal Ansatz

Wie gesagt, mein  Ziel ist „Planer Peace“. Eben nicht plötzlich aufzuschrecken und zu denken, oh Gott, ich muss ja noch dran denken dieses und jenes zu tun. Ich will mich strukturiert ausspeichern und dann hoffentlich alles im Blick haben. Und vielleicht bekomme ich es ja hin, dass dann Weihnachten nicht wieder vollkommen unerwartet vor der Tür steht. Und ja, ich gehöre tatsächlich zu den bedauernswerten Menschen, die schon so manchen 23.12 in der Stadt auf der Suche nach einem Geschenk verbracht haben. Blick nicht verächtlich auf uns herab, bedauer uns stattdessen.

Ich möchte aufhören mich selbst zu stressen, dass geht für mich aber nicht ohne Kontrolle. Dann besser ein kleines DIN A5 Buch hat die Kontrolle über mich, als das ich planlos bin.

Was man dafür braucht …

Im Prinzip nicht viel. Für die Basisvariante:

  • ein Notizbuch: ich empfehle Leuchturm DIN A5 DottedKariert oder Linien mag ich nicht. Das sieht so einengend aus, die Punkte verschwinden aus dem Blickfeld, wenn es man es gefüllt hat, aber man eine Leitlinie, die dafür sorgt, dass man gerade schreibt. A5 finde ich eine super Größe, passt auch noch gut in die Handtasche, aber groß genug, um die Seiten sinnvoll zu befallen. Bei den Farben habt ihr die freie Wahl. Es gibt tolle starke Farben oder eben das klassisch schwarze.Ich habe aktuell ein orangenes in Benutzung. 
  • ein Stift: Das ist immer eine Frage der persönlichen Überzeugung. Verwendet womit ihr euch wohl fühlt. Ich liebe meinen Lamy Allstar Füller. Er gleitet sanft über das Papier und schafft eine wunderschöne Schrift, wenn ich mich um Lesbarkeit bemühe. Ergänzt um die klassischen Stabilo Fineliner, ist man super ausgerüstet.
  • Pen-Loop: kann separat am Notizbuch befestigt werden, um immer den passenden Stift parat zu haben. Warum es nicht zur Standardausstattung gehört? Meiner berufliche Meinung, wäre Ertragssteigerung. ;-). Dafür gibt es diesen in unterschiedlichen Farben, entweder passend zum Notizbuch oder sehr effektvoll als konträr Farbe. Hier auch der Link zum Pen-Loop von Leuchtturm.

Damit seid ihr fertig ausgestattet um zu starten. Wenn ihr das ganze etwas Aufpeppen wollt, empfehle ich einen Besuch im Idee-Creativmarkt. Da kann man sich austoben und komplett eindecken, womit das Bastlerherz glücklich wird, um das Buch als kreative Spielwiese zu nutzen. Ich habe euch hier mal die entsprechende Kategorie im Online-Shop verlinkt. Hier findet ihr von Waschi-Tapes, Stickern, Stempeln, Papier und Aquarellfarben, alles war ihr braucht. 

Welchen Ansatz ich verfolge …

Ich habe mich für die kreative Mädchen-Variante entschieden. Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich habe wenig Zeit. Warum dann diese Zeit darin stecken, die Seiten eines Notizbuches zu verschönern, das mir eigentlich dabei helfen soll, meine Aufgaben effizient zu bewältigen. Ist das effizient? In der gleichen Zeit hätte ich meine To do’s erledigen können. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden. Es ist für mich ein Weg, mal wieder kreativ zu sein. Ich merke für mich, dass es mir gut tut, mal wieder einen Pinsel in der Hand zu halten oder kitschige Sticker auf Seiten zu kleben. Es fühlt sich richtig an. Und ich liebe mein verspieltes Notizbuch so sehr, dass ich gerne dazu greife, um zu sehen, was ich noch erledigen muss.

Es befriedigt damit zwei zentrale Bedürfnisse. Ich hab die Kontrolle und bin gleichzeitig entspannter. 🙂

Welche Kategorien ich für mich definiert habe, wie ich die Seiten dazu gestaltet habe und wie das ganze lebe, erzähle ich euch im zweiten Teil dieses Beitrags. Wenn ihr es nicht aushaltet, könnt ihr gerne mal mein Inspirations-Board auf Pinterest checken. Ich habe extra eines dafür angelegt.

P.S. So ich muss jetzt in meinen Wochenplan für nächste Woche in mein Buch reinschreiben. Babette, geh weg von meinem Bullet Journal. Babette hör auf kleine Einhörner da rein zu malen. Das ist mein Notizbuch! Babeeeeeeeettt!

P.P.S Und hier findet ihr meinen Erfahrungsbericht nach den ersten Wochen.

 

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