L’art du sucre in Frankfurt oder eine Patisserie die eine Sünde wert ist

L'art du sucre frankfurt

Eines muss man Frederik ja lassen. Er hat einen erlesenen Geschmack. Irgendwann wenn ich alt und grau bin, kann ich auf mein Leben zurückblicken und wissen, dass der ewige Kampf gegen die Kilos zumindest mit exquisiten Leckereien aus wunderbaren pittoresken Süßigkeitenboutiquen verdient waren. Auch schön zu wissen. Es beruhigt irgendwie. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um ewig die kleinen Schwimmreifen um die Hüften zu bejammern. Sie kommen ja nicht von ungefähr. Frederik ist schuld…

Du weißt gerade nicht, wovon ich rede? Du kennst Frederik nicht. Pssst … Nicht so laut. Er ist sehr sensibel. Frederik ist mein entzückender Cashmir-Pullover tragender und Französische Patisserie liebende innere Schweinehund. Ich empfehle an dieser Stelle die dringende Lektüre folgenden Beitrags “Sport für Unsportliche”. Damit du das ganze Dilemma verstehst.  Aber ich schweife schon wieder ab.

Französische kleine Köstlichkeiten zum Dahinschmelzen

Falls ihr euch schon immer gefragt haben solltet, wo man als anspruchsvoller Frankfurter so etwas wohl herbekommt. Dann im L’art du sucré in der Fressgasse. Falls ich die Accents also Striche falsch gesetzt haben solltet. Entschuldigt bitte mal. Weisst du wie lange mein Französisch Unterricht her ist? … Äh was. Ach gar nicht so lange her … Hehehehe ..

Also das L’art du sucre ist eine kleine entzückende Patisseriekette mittlerweile in Wiesbaden, Bad Homburg und nun auch in Frankfurt angesiedelt. Ich bin dort mit Freunden zum Juhu-es-ist-Freitag-nachmittag-und-ich-bin-schon-aus-dem-Büro-abgehauen-Nachmittag. Ich liebe dieses Gefühl. Zu keinem Zeitpunkt ist das Wochenende so frei, so endlos und so unbeschwert, wie direkt am Freitag nachmittag. Ich zelebriere dies sehr gerne mit einem Kaffee mit Freunden. So auch an diesem Freitag.

Hier mal der Link zur Homepage. Verwenden auf eigene Gefahr. Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Inneren Schweinehund. Oder besser nicht. Die sollte man eigentlich an der kurzen Leine halten. Anstatt Ihnen ein Designer-Halsband einer exklusiven Marke mit Sattlerhintergrund zu kaufen. So wie ich!

Am Anfang habe ich etwas Probleme das Café überhaupt zu finden. Es verbirgt sich so dezent auf der gegenüberliegenden Seite vom Apple Store zwischen zwei anderen Läden. Und dann steht man vor der Auslage und überlegt fieberhaft, wieviel man essen kann, bevor man platzt. Wir beschließen ganz viel zu bestellen, um uns zu rein wissenschaftlichen Zwecken durchzuprobieren. Frederik gluckst glücklich vor sich hin und unterbreitet ständig neue Vorschläge, was ich noch alles probieren sollte. Alles natürlich zu rein wissenschaftlichen und journalistischen Zwecken. Nur um euch ein fundiertes Urteil über die Qualität der angebotenen Waren zu geben. Ist das nicht nett von uns? Es gibt übrigens auch eine hervorragende Teekarte. Ich trinke heute allerdings Kaffee. Dank dem Heuschnupfen, der mich plagt, bin ich Dauermüde. Furchtbar!

L’Art du sucre in Frankfurt

Wir ergattern einen der letzten Tische, kämpfen uns durch die lange Schlange, bestellen und lassen uns das bestellte an den Tisch bringen. So schön kann das Leben sein. Für mich ist das purer Luxus. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, weil ich das Geld habe, um es zum Spaß für Süßigkeiten auszugeben, meinen Freitag nachmittag frei mit Menschen zu verbringen, die meinem Herzen nahestehen und überhaupt den Freitag nachmittag frei zu haben. Das sind die Erinnerungen, die sich in mein Gedächtnis eingraben und von denen ich zehre.

Wir probieren alles, auch das jeweils andere. Der Futterneid will schließlich beruhigt werden. Frederik ist da sehr schwierig. Die Zitronentarte ist wirklich, wirklich gut. Ist sie besser als die im IMORI. Ich fürchte ja. Die Maccarons, die kleinen Petit Fous und die Tambour-Vanille-Törtchen sind einfach ein himmlischer Genuss. Mir fehlen die Worte, um euch diese feinen Aromen zu transportieren. Ich liebe es, wenn Dinge, die ich mir auf der Zunge zergehen lasse, einen mehrdimensionalen Geschmack habe, feine Noten, die sich zu einer Komposition zusammenfügen, die einfach perfekt ist. Mhmmmm ….

Mhmmmm , mhmmm, mhh, hhhmmm,

Ihr seid ja noch da? Was war? Achso …Entschuldigung 😉

Irgendwann muss mein kleiner Ausflug aus der Realität enden und selbst Frederik ist etwas grün um die Schweinsnase, weil er zu viel gegessen hat. Ich verabschiede mich. Ich bin happy und beschwingt und das Wochenende startet gerade. Oh Gott, wie ich dieses Gefühl liebe … Und kennt ihr dieses Samstags-Früh-Aufwach-Gefühl und für einen Moment nicht zu wissen, was für ein Wochentag ist, um dann glückselig fest zu stellen, dass Samstag ist und man ausschlafen kann. Ja, ja so mancher Luxus lässt sich in ganz kleinen Dingen finden. 🙂

Bewertung

  • Preis: Lasst uns ehrlich sein. Diese kleinen Köstlichkeiten, die sowohl für Auge als auch Gaumen ein Genuss sind, haben ihren Preis. Das ist nichts für jeden Tag. Aber für einen besonderen Verwöhn-Moment jeden cent wert. Wie gesagt, wenn schon Hüftgold, dann doch echtes Gold.
  • Service: Es ist wahnsinnig voll. Sowohl der Café-Bereich als auch direkt die Auslage, wo sich Menschen etwas zum Mitnehmen bestellen. Man muss sich sein Stück Himmel schon fast erkämpfen. Das könnte wirklich besser sein.
  • Produktqualität: Einfach gigantisch. Ich bin davon überzeugt, das hier nur super hochwertige Zutaten verwendet werden. Man schmeckt das einfach.
  • Das Publikum typisch Fressgasse, bzw. Nähe zur Goethestraße eher gehoben, aber noch angenehm. Und wie immer diese Anzugseuche.
  • Location: modern, schön, ansprechend.
  • Kultfaktor: Für mich ein Geheimtipp. Ich habe es in Bad Homburg entdeckt und liebe es seitdem. Obwohl es direkt auf der Fressgasse liegt, habe ich das Gefühl, das es noch unterm Radar fliegt. Gleichzeitig sind die Produkte eine Wucht. Hipster, Lohas- Fashionista gut, ebenso für alle, die auf diese Etiketten keinen Bock haben

Fazit

Ja, einfach toll. Komme ich wieder her? Nein! Ich muss doch endlich an meine 5 Kilos ran. Zumindest fürs erste .. Und da Frederik gerade etwas schlecht aussieht, ist das diese perfekte Gelegenheit, endlich mal wieder auf ein vernünftiges Maß runterzukommen. Frederik ist irgendwie ziemlich blass. Keine Angst. Ab und zu können wir uns ja noch bei Gmeiner ein Petit Fous holen. Jetzt lächelt er … und ich auch.

 

 

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